Eine Geschichte, die nicht mir passiert ist, die einem als Musher aber immer mal passieren kann.
Der beste Freund von allen war mit seinem 8er Team im Wald unterwegs. Er trainiert mit einem ATV, das heisst, die Hunde ziehen das ATV und er sitzt drauf. Das ist sozusagen die Rentnerkiste für die alten Männer, die es in den Knien (gell A?) und sonstwo haben und nicht mehr stundenlang stehen können...wollen.
Ausserdem sieht so ein Quad viel cooler aus. Muss man ja auch mal sagen.
Ok, zurück zum Thema.
Der beste Freund von allen fährt also so durch den Wald, die Hunde laufen relativ schnell, als plötzlich ein Wildschwein von links nach rechts über den Weg rennt. Die Hunde sehen das Schwein und beschleunigen, weswegen sie dem zweiten Schwein, das hinter dem ersten Schwein von links nach rechts will den Weg versperren. Voller Panik springt das Schwein im hohen Bogen über das Gespann und verschwindet im Wald
Dann kommt Schwein Nummer 3. Das springt ab, springt aber zu kurz und landet mitten im Gespann zwischen den Swingdogs auf der Zentralleine. Der beste Freund von allen guckt, die Hunde gucken, laufen aber in unverminderter Geschwindigkeit weiter, das Schwein, auf dem Rücken liegend quiekt wie abgestochen, strampelt, kommt wieder hoch, rollt eine Station weiter zu den Wheelern, knallt noch mal gegen das ATV und kann endlich entkommen.
Dann findet der beste Freund von allen auch noch mal seine Sprache wieder und fängt brüllend an zu lachen.
Solche Sachen passieren, oder wie der beste Freund von allen dann immer sagt "du musst dann nur wissen was du machst"
Mittwoch, 8. Juni 2011
Panik Haken!
Wenn ich die Hunde trainiere läuft das folgendermaßen ab:
1. ich ziehe die Hunde an
2. ich ziehe meine wasserdichten Klamotten an
3. ich schiebe die Karre vor das Hoftor und binde sie mittels Pferdeanbinder an einen Pfosten. Das mache ich, damit mir die Karre nicht schon vom ersten angespannten Hund auf Nimmerwiedersehen davongezerrt wird.
4. ich hole einen Hund nach dem anderen aus dem Hof und spanne ihn an seine Position an der Zugleine.
Der Pferdeanbinder hat einen Panikhaken, der es mir ermöglicht die Karre loszumachen, wenn ich losfahren will.
Dem einen oder anderen wird auffallen, dass diese Vorgehensweise diverse Gefahrenquellen birgt.
Man muss zb. drauf achten, dass der Strick im Laufe der Trainingssaison nicht so spröde geworden ist, dass er das Gewicht von Karre und an der Zentralleine ruckenden Hunde nicht mehr halten kann. Man sollte auch drauf achten, dass sich der Panikhaken leicht öffnen lässt. Tut er das nämlich nicht und man zerrt am Haken, der Haken geht dann doch auf und die Hunde ziehen in dem Moment an.....ganz schlecht. Auch sollte man generell wissen wie ein solcher Haken aufgeht....Ich hab mal meinen Schlitten an einem Ankerseil eines Freundes von mir festgemacht. Der Panikhaken war ein völlig anderes Modell als meine Haken. Ich hab an dem Haken gezerrt wie irre und er ging nicht auf. Die Hunde haben geschrien, ich hab Blut und Wasser geschwitzt und als der Haken dann plötzlich aufging konnte ich mich gerade noch reflexartig über die Handlebar werfen bevor Hunde und Schlitten auf und davon waren. Sicher, ich hätte den Schlitten zusätzlich noch mit dem Schneeanker sichern können, aber wozu was machen, wozu man noch nie eine Veranlassung gesehen hat, ne?
Ganz wichtig ist auch wo man das andere Ende den Anbindestricks festmacht. Der Pfosten sollte stabil sein und gut einbetoniert. Es wirken enorme Kräfte auf solche Seile und da sind lockere oder morsche Pfosten, dünne Bäumchen oder Sitzbänke keine gute Option.
Auch schlecht: die Anhängerkupplung eines Autos. Nicht weil das nicht stabil genug wäre. Aber ich hab es aufgegeben nachdem ich mal kurz nach dem Training auf dem Weg zum Einkaufen war und mich über ein eigenartiges Geräusch gewundert hatte, das eindeutig vom hinteren Teil meines Autos kam.
Ich hatte vergessen den Anbindestrick von der Anhängerkupplung zu entfernen bevor ich ins Auto eingestiegen bin. Der Haken war zwar schwer ramponiert, aber noch brauchbar.
Was hät da nicht alles passieren können, aber damit wären wir mal wieder bei den 99,9%.....
1. ich ziehe die Hunde an
2. ich ziehe meine wasserdichten Klamotten an
3. ich schiebe die Karre vor das Hoftor und binde sie mittels Pferdeanbinder an einen Pfosten. Das mache ich, damit mir die Karre nicht schon vom ersten angespannten Hund auf Nimmerwiedersehen davongezerrt wird.
4. ich hole einen Hund nach dem anderen aus dem Hof und spanne ihn an seine Position an der Zugleine.
Der Pferdeanbinder hat einen Panikhaken, der es mir ermöglicht die Karre loszumachen, wenn ich losfahren will.
Dem einen oder anderen wird auffallen, dass diese Vorgehensweise diverse Gefahrenquellen birgt.
Man muss zb. drauf achten, dass der Strick im Laufe der Trainingssaison nicht so spröde geworden ist, dass er das Gewicht von Karre und an der Zentralleine ruckenden Hunde nicht mehr halten kann. Man sollte auch drauf achten, dass sich der Panikhaken leicht öffnen lässt. Tut er das nämlich nicht und man zerrt am Haken, der Haken geht dann doch auf und die Hunde ziehen in dem Moment an.....ganz schlecht. Auch sollte man generell wissen wie ein solcher Haken aufgeht....Ich hab mal meinen Schlitten an einem Ankerseil eines Freundes von mir festgemacht. Der Panikhaken war ein völlig anderes Modell als meine Haken. Ich hab an dem Haken gezerrt wie irre und er ging nicht auf. Die Hunde haben geschrien, ich hab Blut und Wasser geschwitzt und als der Haken dann plötzlich aufging konnte ich mich gerade noch reflexartig über die Handlebar werfen bevor Hunde und Schlitten auf und davon waren. Sicher, ich hätte den Schlitten zusätzlich noch mit dem Schneeanker sichern können, aber wozu was machen, wozu man noch nie eine Veranlassung gesehen hat, ne?
Ganz wichtig ist auch wo man das andere Ende den Anbindestricks festmacht. Der Pfosten sollte stabil sein und gut einbetoniert. Es wirken enorme Kräfte auf solche Seile und da sind lockere oder morsche Pfosten, dünne Bäumchen oder Sitzbänke keine gute Option.
Auch schlecht: die Anhängerkupplung eines Autos. Nicht weil das nicht stabil genug wäre. Aber ich hab es aufgegeben nachdem ich mal kurz nach dem Training auf dem Weg zum Einkaufen war und mich über ein eigenartiges Geräusch gewundert hatte, das eindeutig vom hinteren Teil meines Autos kam.
Ich hatte vergessen den Anbindestrick von der Anhängerkupplung zu entfernen bevor ich ins Auto eingestiegen bin. Der Haken war zwar schwer ramponiert, aber noch brauchbar.
Was hät da nicht alles passieren können, aber damit wären wir mal wieder bei den 99,9%.....
Dienstag, 7. Juni 2011
Macho Macho Man....
Musher sind Machos. Ich sag es schon seit Jahren und nachdem meine mushenden Freundinnen nichts anderes sagen wird es wohl stimmen. Schlittenhundesport ist Männersport. Je höher die Gespannklasse, sprich je grösser die Hundeanzahl vor dem Schlitten, je weiter die Distanz, desto wahrscheinlicher, dass ein Mann das Gespann lenkt. Mit kleinen Gespannen wird man so als Musherin geduldet, oft belächelt aber auf keinen Fall ernst genommen.
Mein Kumpel A. ist auch so eine Granate. Er kann kein kleines Gespann fahren, das ist ja unter seiner Würde. Mindestens 8 Hunde sollten es sein, 10 wären besser und mit 14 hat er sich dann unter seine 180 Kilo Trainingskarre geworfen. Das ist auch der, der bei der unpassensten Gelegenheit erzählt, wie ich mal mit 2 Hunden vor dem Schlitten gegen einen Baum gefahren bin......Hätte ich ein Gespann, das grösser ist als seins und schneller, er würde vermutlich nicht mehr viel mit mir reden. Das ist der Lauf der Dinge. Du wirst belächelt bis du sie überholst. Ab dann bist du böse. Und auf gar überhaupt keinen Fall darf man ihm Tips geben. Wie kann man denn mehr wissen, wenn man weniger Hunde hat? Ein oft gezogener Trumpf in Musherkreisen, den ich bis heute nicht nachvollziehen kann. Wer mehr Hunde hat, weiss mehr und hat mehr Recht. Musher XY ist erst seit 2 Jahren dabei, hat aber 12 Hunde - der hat mehr Recht als ich, seit 15 Jahren dabei und deutlich weniger Hunde.
Gespräche mit A., die man als Ratschlag geben verstehen könnte laufen so ab:
Ich: haste schonmal XY probiert?
A: nö. Das taugt nix. Das ist nur Geldmacherei
Ich: bei meinen Hunden funktionierts aber
A: Kann ja sein. Ich geb immer ZZ. Das ist genausogut
Ich: das hab ich schon versucht, das was ich da hab ist besser. Kannst ja mal ausprobieren.
A: neee. Lass mal gut sein.
Ein halbes Jahr später, ich beobachte wie A. XY nutzt.
Ich: hast du jetzt doch XY gekauft?
A: Was. Nö, das hab ich schon ganz lange, das ist super. Musste mal ausprobieren.
Ich: *soifz*
Kann Mann ja nicht zugeben, dass Frau Recht hatte. Frau die weniger Hunde als er hat....
Mein Kumpel A. ist auch so eine Granate. Er kann kein kleines Gespann fahren, das ist ja unter seiner Würde. Mindestens 8 Hunde sollten es sein, 10 wären besser und mit 14 hat er sich dann unter seine 180 Kilo Trainingskarre geworfen. Das ist auch der, der bei der unpassensten Gelegenheit erzählt, wie ich mal mit 2 Hunden vor dem Schlitten gegen einen Baum gefahren bin......Hätte ich ein Gespann, das grösser ist als seins und schneller, er würde vermutlich nicht mehr viel mit mir reden. Das ist der Lauf der Dinge. Du wirst belächelt bis du sie überholst. Ab dann bist du böse. Und auf gar überhaupt keinen Fall darf man ihm Tips geben. Wie kann man denn mehr wissen, wenn man weniger Hunde hat? Ein oft gezogener Trumpf in Musherkreisen, den ich bis heute nicht nachvollziehen kann. Wer mehr Hunde hat, weiss mehr und hat mehr Recht. Musher XY ist erst seit 2 Jahren dabei, hat aber 12 Hunde - der hat mehr Recht als ich, seit 15 Jahren dabei und deutlich weniger Hunde.
Gespräche mit A., die man als Ratschlag geben verstehen könnte laufen so ab:
Ich: haste schonmal XY probiert?
A: nö. Das taugt nix. Das ist nur Geldmacherei
Ich: bei meinen Hunden funktionierts aber
A: Kann ja sein. Ich geb immer ZZ. Das ist genausogut
Ich: das hab ich schon versucht, das was ich da hab ist besser. Kannst ja mal ausprobieren.
A: neee. Lass mal gut sein.
Ein halbes Jahr später, ich beobachte wie A. XY nutzt.
Ich: hast du jetzt doch XY gekauft?
A: Was. Nö, das hab ich schon ganz lange, das ist super. Musste mal ausprobieren.
Ich: *soifz*
Kann Mann ja nicht zugeben, dass Frau Recht hatte. Frau die weniger Hunde als er hat....
Freitag, 3. Juni 2011
Gary Paulsen und die Sache mit der Überheblichkeit...
Der Autor Gary Paulsen nahm 1983 und 1985 am Iditarod teil und verarbeitete seine Erlebnisse 1994 in seinem Buch "Winterdance - The fine madness of running the Iditarod" das 2001 als Vorlage für den Spielfilm Snowdogs diente.
Gary ist mein Held in Sachen Schlittenhundesport, denn Gary hatte wie ich auch keinen Plan von der Materie als er damit anfing. Gary ist jedoch mit seinen Aufgaben gewachsen. Das versuche ich auch. Seit 15 jahren versuche ich das und seit 15 Jahren weiss ich, dass ich nichts weiss. Ich lerne jede Saison und mit jedem neuen Hund, jedem neuen Rennen, jeder neuen Schwedensaison dazu und oft genug ist es lernen durch Schmerzen.
Von Gary Paulsen lernte ich, dass es in 99,9% die eigene Überheblichkeit und Selbstüberschätzung ist die einen in die Katastrophe führt.
2002 war ich das erste Mal auf einem Mitteldistanzrennen. Hinter dem Stake-out begann ein 13 Kilometer langer Trainingstrail. Der führte über mehrere Wiesen, am Wald entlang, war bretteben und gut gewalzt- also schnell. Ein Freund von mir und ich wollten an einem Tag zusammen fahren. Er fuhr vorneweg, ich hinterher. Von einem vorausgegangenen Training wusste ich, dass wir an einer Stelle der Strecke direkt an der Sonnenterrasse eines Restaurants vorbeikommen würden. Ich war Anfänger in Sachen Schlittenfahren, wollte mich aber nicht blamieren und nahm mir vor möglichst cool und verwegen auszusehen wenn wir beim Restaurant um die Ecke kommen
Die Leute sollten was zum gucken haben. Das hatten sie dann auch. Ich kam mit fast 30 Sachen um die Kurve, flog über eine Kuppe, die da vorher bestimmt nicht gewesen war und schlug hart auf. Ich lies vor Schreck den Schlitten los und krachte auf den Trail. Dann überschlug ich mich noch 3 mal, verlor zuerst die Mütze, dann die Handschuhe, die Brille, dann kam ich, dann der Schlitten und die Hunde und der Freund von mir, der vor mir fuhr schwört heute noch er dachte so wie ich da lag (alle Gliedmassen in einer anderen Himmelsrichtung) hätt ich mir das Genick gebrochen. Ich dachte gar nichts, ich war nämlich auf den Kopf gefallen und kurzzeitig ohne Bewusstsein.
Hätte ich mich auf den Trail konzentriert und nicht versucht den ultra-coolen Musher zu geben, es wäre anders ausgegangen. Von diesen Momenten gab und gibt es einige in meinem Musherleben und jedes Mal wäre es besser gewesen, ich hät mich kurz bevor die Sache wirklich peinlich und/oder schmerzhaft wurde, nicht so dermaßen cool gefühlt...
Gary ist mein Held in Sachen Schlittenhundesport, denn Gary hatte wie ich auch keinen Plan von der Materie als er damit anfing. Gary ist jedoch mit seinen Aufgaben gewachsen. Das versuche ich auch. Seit 15 jahren versuche ich das und seit 15 Jahren weiss ich, dass ich nichts weiss. Ich lerne jede Saison und mit jedem neuen Hund, jedem neuen Rennen, jeder neuen Schwedensaison dazu und oft genug ist es lernen durch Schmerzen.
Von Gary Paulsen lernte ich, dass es in 99,9% die eigene Überheblichkeit und Selbstüberschätzung ist die einen in die Katastrophe führt.
2002 war ich das erste Mal auf einem Mitteldistanzrennen. Hinter dem Stake-out begann ein 13 Kilometer langer Trainingstrail. Der führte über mehrere Wiesen, am Wald entlang, war bretteben und gut gewalzt- also schnell. Ein Freund von mir und ich wollten an einem Tag zusammen fahren. Er fuhr vorneweg, ich hinterher. Von einem vorausgegangenen Training wusste ich, dass wir an einer Stelle der Strecke direkt an der Sonnenterrasse eines Restaurants vorbeikommen würden. Ich war Anfänger in Sachen Schlittenfahren, wollte mich aber nicht blamieren und nahm mir vor möglichst cool und verwegen auszusehen wenn wir beim Restaurant um die Ecke kommen
Die Leute sollten was zum gucken haben. Das hatten sie dann auch. Ich kam mit fast 30 Sachen um die Kurve, flog über eine Kuppe, die da vorher bestimmt nicht gewesen war und schlug hart auf. Ich lies vor Schreck den Schlitten los und krachte auf den Trail. Dann überschlug ich mich noch 3 mal, verlor zuerst die Mütze, dann die Handschuhe, die Brille, dann kam ich, dann der Schlitten und die Hunde und der Freund von mir, der vor mir fuhr schwört heute noch er dachte so wie ich da lag (alle Gliedmassen in einer anderen Himmelsrichtung) hätt ich mir das Genick gebrochen. Ich dachte gar nichts, ich war nämlich auf den Kopf gefallen und kurzzeitig ohne Bewusstsein.
Hätte ich mich auf den Trail konzentriert und nicht versucht den ultra-coolen Musher zu geben, es wäre anders ausgegangen. Von diesen Momenten gab und gibt es einige in meinem Musherleben und jedes Mal wäre es besser gewesen, ich hät mich kurz bevor die Sache wirklich peinlich und/oder schmerzhaft wurde, nicht so dermaßen cool gefühlt...
Nagerprobleme und ihre Lösung....
Eine Geschichte, die mir heute morgen spontan einfiel, als mir meine Freundin G. berichtete, dass einer ihrer Hunde im Haus eine Maus gefangen hatte.
Wir hatten vor drei Jahren im Sommer ein Mäuseproblem, hervorgerufen durch die Tatsache, dass die Mäuse über die Leitungsrohre über den Speicher eingestiegen und sich von dort im ganzen Haus eingenistet hatten.
Für mich war die Grenze an dem Moment erreicht, wo ich einer Maus bei einer Akkrobatikperformance auf dem Draht des Halogenseilsystems im Schlafzimmer vom Bett aus zusehen konnte.
Ich stellte Lebendfallen auf - denn ich kann keine Maus durch so eine fiese Mausefalle um die Ecke bringen.
Jeden morgen war eine Maus in der Falle, die ich auf dem Weg zur Arbeit irgendwo im Feld aussetzte.
Erstaunlicherweise interessierten sich die Hunde für die Mäuse kein Stück. Sonst hören sie die Flöhe Husten und das Gras wachsen, aber 10 partymachende Mäuse auf dem Speicher gingen an den Hunden ungehört vorbei.
Eines Tages machte ich eine Tür des Küchenschranks auf, als mir eine Maus entgegenfiel. Sie dotzte einmal kurz auf dem Küchenboden auf und machte sich eilig Richtung Esszimmer davon.
Genau im Türrahmen zwischen Küche und Esszimmer lag der Große und döste.
Die Maus hüpfte gemächlich auf den Großen zu, der Große hob den Kopf. Ich machte mich auf ein schreckliches Blutbad gefasst. Die Maus krabbelte dem Großen über die Vorderbeine, der Große schaute kurz hin und legte seinen Kopf auf die andere Seite.
Ich glaube ich hab geguckt wie eine Kuh wenns blitzt. Der Hund, der mit mir an der Leine einen Waldweg entlangläuft, schlagartig und unvorhersehbar in den Graben springt und eine Maus zwischen den Zähnen hat, schneller als ich Maus sagen kann, der Hund, der völlig austickt, wenn er ein Eichhörnchen sieht, der Hund der bei vorbeilaufenden Katzen schonmal nach dem Besteck tastet, genau dieser Hund hat in dieser Situation gar nix gemacht. "Ist deine Butze, mach deinen Kram alleine."
Ja kanns denn wahr sein???
Ähnliche Situation, anderer Nager ein paar Jahre zuvor: die Hunde hatten tagelang den Komposter bewacht. Sie waren von dem grünen Plastikding gar nicht wegzukriegen gewesen und die Vermutung lag nahe, dass sich da was eingenistet hat, was den Jagdtrieb der Hunde anstachelt.
Irgendwann schritten meine Schwiegermutter und ich zur Tat. Wir entfernten die Plastikverkleidung und sahen, dass der ganze Kompost durchzogen war von Gängen. Die Hunde umkreisten den Kompost wie ein Rudel Geier ein Stück Aas in der Serengeti, bereit jederzeit zuzuschlagen, meine Schwiegermutter stand mit einem Spaten parat um alles was da rausspringen würde sofort ins Jenseits zu befördern. Ich wollte mit meinem Spaten langsam von oben nach unten graben. Soweit der Plan.
Nach einer Stunde waren von dem Kompostbewohner noch nichts zu sehen und vom Komposthaufen war nicht mehr allzuviel übrig. Die Hunde befanden sich nach wie vor mit höchster Konzentration in Wartestellung.
Als der Haufen nur noch knapp 30 cm hoch war sprang plötzlich aus dem Nichts eine dicke Ratte aus dem Haufen direkt in die Mitte des Kreises aus Hunden, Schwiegermutter, Komposthaufen und mir.
Die Hunde, die Schwiegermutter und ich mit einem Spaten in der Hand starrten die Ratte wie hypnotisiert an.
Keiner rührte sich. Es war totenstill.
Die Ratte schaute kurz in die Runde und mit einem Riesensatz sprang sie ins Gestrüpp und war weg.
Als wäre das der Startschuss gewesen auf den wir alle gewartet haben nahmen die Hunde sofort die Verfolgung auf. Meine Schwiegermutter stand nur da und sagte wie in Trance "ich habs nicht gekonnt...."
Dann mussten wir beide fürchterlich lachen.
Die Hunde haben danach noch ohne Erfolg jeden Quadratzentimeter des Grundstücks abgesucht. Die Ratte war und blieb verschwunden...
Die Moral von der Geschicht....das nächste Mal wird der Rattenfänger von Hameln angerufen.
Wir hatten vor drei Jahren im Sommer ein Mäuseproblem, hervorgerufen durch die Tatsache, dass die Mäuse über die Leitungsrohre über den Speicher eingestiegen und sich von dort im ganzen Haus eingenistet hatten.
Für mich war die Grenze an dem Moment erreicht, wo ich einer Maus bei einer Akkrobatikperformance auf dem Draht des Halogenseilsystems im Schlafzimmer vom Bett aus zusehen konnte.
Ich stellte Lebendfallen auf - denn ich kann keine Maus durch so eine fiese Mausefalle um die Ecke bringen.
Jeden morgen war eine Maus in der Falle, die ich auf dem Weg zur Arbeit irgendwo im Feld aussetzte.
Erstaunlicherweise interessierten sich die Hunde für die Mäuse kein Stück. Sonst hören sie die Flöhe Husten und das Gras wachsen, aber 10 partymachende Mäuse auf dem Speicher gingen an den Hunden ungehört vorbei.
Eines Tages machte ich eine Tür des Küchenschranks auf, als mir eine Maus entgegenfiel. Sie dotzte einmal kurz auf dem Küchenboden auf und machte sich eilig Richtung Esszimmer davon.
Genau im Türrahmen zwischen Küche und Esszimmer lag der Große und döste.
Die Maus hüpfte gemächlich auf den Großen zu, der Große hob den Kopf. Ich machte mich auf ein schreckliches Blutbad gefasst. Die Maus krabbelte dem Großen über die Vorderbeine, der Große schaute kurz hin und legte seinen Kopf auf die andere Seite.
Ich glaube ich hab geguckt wie eine Kuh wenns blitzt. Der Hund, der mit mir an der Leine einen Waldweg entlangläuft, schlagartig und unvorhersehbar in den Graben springt und eine Maus zwischen den Zähnen hat, schneller als ich Maus sagen kann, der Hund, der völlig austickt, wenn er ein Eichhörnchen sieht, der Hund der bei vorbeilaufenden Katzen schonmal nach dem Besteck tastet, genau dieser Hund hat in dieser Situation gar nix gemacht. "Ist deine Butze, mach deinen Kram alleine."
Ja kanns denn wahr sein???
Ähnliche Situation, anderer Nager ein paar Jahre zuvor: die Hunde hatten tagelang den Komposter bewacht. Sie waren von dem grünen Plastikding gar nicht wegzukriegen gewesen und die Vermutung lag nahe, dass sich da was eingenistet hat, was den Jagdtrieb der Hunde anstachelt.
Irgendwann schritten meine Schwiegermutter und ich zur Tat. Wir entfernten die Plastikverkleidung und sahen, dass der ganze Kompost durchzogen war von Gängen. Die Hunde umkreisten den Kompost wie ein Rudel Geier ein Stück Aas in der Serengeti, bereit jederzeit zuzuschlagen, meine Schwiegermutter stand mit einem Spaten parat um alles was da rausspringen würde sofort ins Jenseits zu befördern. Ich wollte mit meinem Spaten langsam von oben nach unten graben. Soweit der Plan.
Nach einer Stunde waren von dem Kompostbewohner noch nichts zu sehen und vom Komposthaufen war nicht mehr allzuviel übrig. Die Hunde befanden sich nach wie vor mit höchster Konzentration in Wartestellung.
Als der Haufen nur noch knapp 30 cm hoch war sprang plötzlich aus dem Nichts eine dicke Ratte aus dem Haufen direkt in die Mitte des Kreises aus Hunden, Schwiegermutter, Komposthaufen und mir.
Die Hunde, die Schwiegermutter und ich mit einem Spaten in der Hand starrten die Ratte wie hypnotisiert an.
Keiner rührte sich. Es war totenstill.
Die Ratte schaute kurz in die Runde und mit einem Riesensatz sprang sie ins Gestrüpp und war weg.
Als wäre das der Startschuss gewesen auf den wir alle gewartet haben nahmen die Hunde sofort die Verfolgung auf. Meine Schwiegermutter stand nur da und sagte wie in Trance "ich habs nicht gekonnt...."
Dann mussten wir beide fürchterlich lachen.
Die Hunde haben danach noch ohne Erfolg jeden Quadratzentimeter des Grundstücks abgesucht. Die Ratte war und blieb verschwunden...
Die Moral von der Geschicht....das nächste Mal wird der Rattenfänger von Hameln angerufen.
Donnerstag, 2. Juni 2011
Da steht ein Pferd auf dem Flur.....
Heute morgen beim Training. Wir fahren unsere Sprintstrecke, die ca. 3.5 Kilometer lang ist. Diese Strecke führt in einem Rundweg um ein Feuchtgebiet und einen See und dann durch einen kurzen Tunnel auf eine Wiese.
Die Hunde galoppieren also durch den Tunnel, biegen ordnungsgemäss auf Zuruf rechts ab und laufen auf die Pferdekoppel zu, die sich 10 m vor uns rechts vom Weg befindet. Normalerweise stören sich die beiden Haflinger auf der Koppel nicht um uns und wir uns nicht um sie aber als wir näher kamen sah ich, dass eins der Ponys hinter und eins vor dem Elektrozaun und vor allem mitten auf meinem Trail stand.
Ich bremste und die Hunde waren ganz begeistert den Haflinger mal ohne Zaun zu sehen.
So wie das Pferd auf dem Weg stand, so mittig, konnte ich nicht vorbeifahren. Also musste die Kuh vom Eis...äh das Pony vom Weg.
Das sind so die Momente im Leben wo man sich ärgert, dass man weder ein Seil, noch ein Halfter, ein Betäubungsgewehr oder einfach nur ein Stück Schnur dabei oder Wendy gelesen hat.
Da ich aber vor einer Weile eine Sendung über Andrea Kutsch, die Pferdeflüsterin, gesehen hatte näherte ich mich dem Ross gemäß Follow up Programm ohne es anzuschauen, hielt ihm die flache Hand hin und packte es an der Mähne um es vom Weg zu führen. Führen ging nicht, also versuchte ich es an der Mähne vom Weg zu ziehen. Ging auch nicht. So ein Pony bringt halt doch gute 450 Kilo auf die Waage, denen ich nichts entgegenzusetzen habe. Was tun? Umkehren wäre eine Option gewesen, aber ich wollte das Pony auch nicht marodierend durch die Wohngegend ziehen lassen. Da fiel mir ein, dass ich noch ein Stück Notseil an der Zugleine montiert hatte. Das pfriemelte ich also ab und legte es dem Pony um das Maul. Das kannte das Pony wohl und es lies sich auch prompt ein Stück führen.
Die Hunde, die 5 m zurück noch am Wagen standen dachten wohl "Ey, die Alte haut mit dem Langhaarigen ab" zogen die Karre trotz Feststellbremse an und kamen auf mich und das Pferd zu. Das Pferd dachte "Scheisse, Wölfe" scheute, riss sich los und hüpfte bockend in die Wiese. Wenigstens stand es jetzt nicht mehr im Weg.
Ich kletterte also wieder auf die Karre, fuhr mit den Hunden am inzwischen Gras rupfenden Pony vorbei bis ans Ende der Koppel. Dort sicherte ich erst mal Hunde und Wagen. Dann mit meiner Notleine zurück zum Haflinger, der es inzwischen nicht mehr so lustig fand von mir an die Leine genommen zu werden.
Mit dem Pony an der Leine suchte ich das Loch im Zaun wo es sich durchgequetscht haben musste so es nicht über den Zaun gesprungen war. Das fand ich aber nicht. Inzwischen brüllten und heulten die Hunde als würden sie lebendig gehäutet.
Da hab ich aufgegeben. Ich hab das Pony Pony sein lassen und bin zu den Leuten gefahren, die hinter der Koppel wohnen damit die den Besitzer darüber informieren, dass der Haflinger los ist.
Ja, wir Schlittenhundler sind fast wie Pfadfinder - jeden Tag eine gute Tat. Und das war meine.
Die Hunde galoppieren also durch den Tunnel, biegen ordnungsgemäss auf Zuruf rechts ab und laufen auf die Pferdekoppel zu, die sich 10 m vor uns rechts vom Weg befindet. Normalerweise stören sich die beiden Haflinger auf der Koppel nicht um uns und wir uns nicht um sie aber als wir näher kamen sah ich, dass eins der Ponys hinter und eins vor dem Elektrozaun und vor allem mitten auf meinem Trail stand.
Ich bremste und die Hunde waren ganz begeistert den Haflinger mal ohne Zaun zu sehen.
So wie das Pferd auf dem Weg stand, so mittig, konnte ich nicht vorbeifahren. Also musste die Kuh vom Eis...äh das Pony vom Weg.
Das sind so die Momente im Leben wo man sich ärgert, dass man weder ein Seil, noch ein Halfter, ein Betäubungsgewehr oder einfach nur ein Stück Schnur dabei oder Wendy gelesen hat.
Da ich aber vor einer Weile eine Sendung über Andrea Kutsch, die Pferdeflüsterin, gesehen hatte näherte ich mich dem Ross gemäß Follow up Programm ohne es anzuschauen, hielt ihm die flache Hand hin und packte es an der Mähne um es vom Weg zu führen. Führen ging nicht, also versuchte ich es an der Mähne vom Weg zu ziehen. Ging auch nicht. So ein Pony bringt halt doch gute 450 Kilo auf die Waage, denen ich nichts entgegenzusetzen habe. Was tun? Umkehren wäre eine Option gewesen, aber ich wollte das Pony auch nicht marodierend durch die Wohngegend ziehen lassen. Da fiel mir ein, dass ich noch ein Stück Notseil an der Zugleine montiert hatte. Das pfriemelte ich also ab und legte es dem Pony um das Maul. Das kannte das Pony wohl und es lies sich auch prompt ein Stück führen.
Die Hunde, die 5 m zurück noch am Wagen standen dachten wohl "Ey, die Alte haut mit dem Langhaarigen ab" zogen die Karre trotz Feststellbremse an und kamen auf mich und das Pferd zu. Das Pferd dachte "Scheisse, Wölfe" scheute, riss sich los und hüpfte bockend in die Wiese. Wenigstens stand es jetzt nicht mehr im Weg.
Ich kletterte also wieder auf die Karre, fuhr mit den Hunden am inzwischen Gras rupfenden Pony vorbei bis ans Ende der Koppel. Dort sicherte ich erst mal Hunde und Wagen. Dann mit meiner Notleine zurück zum Haflinger, der es inzwischen nicht mehr so lustig fand von mir an die Leine genommen zu werden.
Mit dem Pony an der Leine suchte ich das Loch im Zaun wo es sich durchgequetscht haben musste so es nicht über den Zaun gesprungen war. Das fand ich aber nicht. Inzwischen brüllten und heulten die Hunde als würden sie lebendig gehäutet.
Da hab ich aufgegeben. Ich hab das Pony Pony sein lassen und bin zu den Leuten gefahren, die hinter der Koppel wohnen damit die den Besitzer darüber informieren, dass der Haflinger los ist.
Ja, wir Schlittenhundler sind fast wie Pfadfinder - jeden Tag eine gute Tat. Und das war meine.
Mittwoch, 1. Juni 2011
Geruchsterrorist
Mein Hund ist ein Geruchsterrorist. Eben trampelt das Riesenroß die Treppe hoch, kommt ins Arbeitszimmer (wo ich gerade am PC sitze), läuft hinter meinen Stuhl und rast kurz darauf wie von der Tarantel gestochen wieder nach unten. Während ich noch überlege, was das nun wieder war, merke ich, dass dieses Mistviech eine Gasbombe gelegt hat, die so eben hochgegangen ist. Der Hund muss innerlich faul sein. Hier riecht es wie in einer Kläranlage bei 35 Grad im Schatten.
Das muss Absicht sein, er macht es ja öfter. Wir sitzen zb. in der Küche, Hund kommt rein, sondiert die Lage, dreht sich rum, dass der Kopf zur Tür der Hintern auf uns gerichtet ist, streckt sich und lässt in aller Gemütsruhe einen fahren. Dann trollt er sich während wir kurz davor sind unseren Mageninhalt aufs Frühstücksbrötchen zu entleeren. Den Stunt bringt er auch gerne mal, wenn wir im Wohnzimmer sitzen.
Alarm rot und alles an die Fenster gilt, wenn der Hund, der stundenlang unter der Couch geschlafen hat, plötzlich wie ein Torpedo unter der Couch rausgeschossen kommt um sich eilig zu verdrücken. Das sind die schlimmsten der Menschheit bekannten Fürze die ein einzelner Hund produzieren kann. Diese Dämpfe riechen nicht wie Kläranlage, diese Dämpfe riechen wie abgebrannte Kläranlage. Ohrenbetäubender Odor der Hölle wabert von unter der Couch nach oben und lässt einen fast blind werden. Während wir uns krümmen hüpft der Hund draussen in der frischen Luft herum. Manchmal denke ich, der lacht sich grad schlapp.
Dazu gibt es allerdings eine Steigerung. Hund liegt unterm Bett. Ich werde davon wach, wenn der Hauch des Todes durch die Matratze nach oben steigt. Kurz darauf poltert und rumpelt es, weil die Quelle des Unheils gerade eilig seine Schlafhöhle verlässt. Manchmal schaut der Hund nochmal zurück und in seinem Blick liegt der unausgesprochene Vorwurf Schuld an seiner Schlafunterbrechung zu sein....
Das muss Absicht sein, er macht es ja öfter. Wir sitzen zb. in der Küche, Hund kommt rein, sondiert die Lage, dreht sich rum, dass der Kopf zur Tür der Hintern auf uns gerichtet ist, streckt sich und lässt in aller Gemütsruhe einen fahren. Dann trollt er sich während wir kurz davor sind unseren Mageninhalt aufs Frühstücksbrötchen zu entleeren. Den Stunt bringt er auch gerne mal, wenn wir im Wohnzimmer sitzen.
Alarm rot und alles an die Fenster gilt, wenn der Hund, der stundenlang unter der Couch geschlafen hat, plötzlich wie ein Torpedo unter der Couch rausgeschossen kommt um sich eilig zu verdrücken. Das sind die schlimmsten der Menschheit bekannten Fürze die ein einzelner Hund produzieren kann. Diese Dämpfe riechen nicht wie Kläranlage, diese Dämpfe riechen wie abgebrannte Kläranlage. Ohrenbetäubender Odor der Hölle wabert von unter der Couch nach oben und lässt einen fast blind werden. Während wir uns krümmen hüpft der Hund draussen in der frischen Luft herum. Manchmal denke ich, der lacht sich grad schlapp.
Dazu gibt es allerdings eine Steigerung. Hund liegt unterm Bett. Ich werde davon wach, wenn der Hauch des Todes durch die Matratze nach oben steigt. Kurz darauf poltert und rumpelt es, weil die Quelle des Unheils gerade eilig seine Schlafhöhle verlässt. Manchmal schaut der Hund nochmal zurück und in seinem Blick liegt der unausgesprochene Vorwurf Schuld an seiner Schlafunterbrechung zu sein....
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